Kommentar Synodaler Weg

14 Tage 14 Stimmen – Gedanken zum Synodalen Weg

Synodaler Weg in Deutschland

Genaue Infos zum Synodalen Weg https://www.synodalerweg.de/

Das sollte uns auch in Österreich angehen, aber es kommt einfach nicht vor. Ich muss zugeben, ich hab wenig Ahnung, nein eigentlich gar keine Ahnung was genau die Themen sind am synodalen Weg in Deutschland und was ganz genau da erarbeitet wurde. Jedes Mal wenn davon gesprochen wird, bin ich beeindruckt welche Konsequenzen (wichtige Diskussionen, Ängste, Aufatmen,…) der synodale Weg nach sich zieht, wie sich viele Laien engagieren. Das Gefühl von Gehörtwerden kommt an – und das deutlich. Und vielleicht ist das ein Mitgrund warum wir uns in Österreich davor verschließen. Zumindest merke ich das bei mir. Ich will mich nicht näher damit beschäftigen, denn in „unserer“ (Landes-)Kirche ist das irgendwie schon noch sehr weit weg… – ich kenn mich auch mit dem Universum nicht aus … – hinter dem Mond oder so?

(Nachhaltige) Synodalität

Eines der wichtigsten Themen, neben dem Thema Gleichberechtigung in Kirche ist für mich ganz persönlich das Thema der Synode.
(Synode = Versammlung, in katholischem Sinne auch möglich: Beratungsgremium aus Laien und Priestern)
Synode ist also DAS Gremium, das kirchlich installiert ist, das heißt: Wenn wir Kirche verändern wollen, müssen wir, ob wir wollen oder nicht mit vorhandenen Strukturen arbeiten. Nur dann wird vermutlich Veränderung gelingen. Zumindest ist das mein bisheriger Ansatz, den ich auch nach Jahren noch immer gut finde. Weil, Hand aufs Herz, außerhalb von Kirche, sind die Themen, vor allem im Detail irrelevant für Menschen außerhalb von Kirche. Und in diesem Fall ist das meine größte Bewunderung für den synodalen Weg, weil es wirklich gelingen könnte. Weil es mit Struktur von Kirche arbeitet, um diese zu verändern.

Ich habe mich mit dem Handlungstext „beschäftigt“, wo es darum geht, dass ein synodaler Rat eingeführt wird. Die wichtigsten Eckpunkte: Der Rat besteht aus gleichvielen Bischöfen und Laien und berät über Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft und trifft Entscheidungen, die diözesan nicht getroffen werden. Ein kleines Video reicht da oft nicht aus, deshalb auch hier noch ein paar ausführlichere Gedanken dazu:

Demokratie & Kirche

Ich feiere es wirklich, dass Kirche & Demokratie hier endlich mal zusammenpasst. Aber Skepsis bleibt. Ich bemerke in den letzten Jahren, dass Demokratie alleine oft nicht ausreicht. Ich kann mich an alte Jugendzeiten erinnern, in denen Entscheidungen mit einfacher Mehrheit oder sogar mit Zweidrittel Mehrheit beschlossen wurden und auch manchmal wichtig waren. Aber es bliebt mehr Frustration über, als eigentlich notwendig gewesen wäre. Es ist ein Gefühl des Verlierens. Und bei einfachen Mehrheit reden wir im schlimmsten Fall von 49%. Gerade im kirchlichen Kontext habe ich diesen Satz gelernt: Wir müssen darum ringen. Jedes Zeichen und nicht nur Worte zählen. Alles durchbuchstabieren und diskutieren und dann… Dann ist aus meiner Sicht Demokratie nicht das richtige Werkzeug. Da muss es Besseres geben. Darin liegt der Schlüssel für den synodalen Weg aus meiner Sicht. Und Entscheidungen sind wichtig, aber es gibt nicht nur zwei Lösungen, sondern Hunderte. Mutig sein und in Entscheidungen Zeit investieren, dann könnten diese vielleicht Jahrhunderte halten. Ich kenne nur das Systemische Konsensieren, aber vermutlich gibts da noch viel mehr. (Bitte schickt mir eure Ideen und ich ergänze sie gerne.)

Machtverhältnisse

Das ist ein wirklich wichtiger Punkt wenn es um Kirche geht. Egal wie sehr Laien auf einer Ebene mit Priestern arbeiten: Ich als Frau (oder auch als Laie) bin in einer kirchlichen Struktur davon abhängig, ob ein geweihter Mann mich duldet, oder im besten Fall bereichernd findet. Und NUR dann ist es mir möglich mitzuentscheiden. Das muss ins Bewusstsein sickern. Diese Erkenntnis hat bei mir gedauert und war sehr schockierend. Ich bin aber sehr dankbar, weil es Realität ist und ich mir nichts mehr vorgaukele. Das ist Struktur und diese Veränderung wird dauern. Aus meiner Sicht kann diese Veränderung nur durch Erkenntnis gelingen: Bischöfe, Priester, Laien müssen sich ihrer Macht bewusst sein und tagtäglich darauf achten, diese Machtverhältnisse zu verbessern. Und dabei muss ich mir auch als Laie das bewusst machen, denn dies ist nicht immer nur ein reines Priesterproblem. Ich sage ganz oft scherzhaft: „In der Kirche sind die mächtigsten Personen die Frauen, die Pfarrsekretärinnen, die oft den leitenden Pfarrern am Nähesten sind.“ Ein Funken Wahrheit steckt in allem. Hast du dir schon mal die Frage gestellt: Wieviel Macht habe ich in der Kirche? Und meine Antwort (vor allem als Frau & Laie): Begrenzt und doch wirkungsvoll.

Feingefühl

Es sind wirklich wichtige Schritte in die richtige Richtung. Aber jetzt kommt es auf das Feingefühl an. Wie schafft es der Synodale Rat, dass Entscheidungen Relevanz haben und wichtig sind, weil viele(!) diese mittragen können? Ich denke da an ein Optimal. Wenn Diözesen sagen: Diese Themen legen wir dem Synodalen Rat vor, weil vielleicht spannende Perspektiven dazukommen? Wie können wir Machtverhältnisse verbessern? (Jede*r (inklusive mir) selbst an der Nase nehmen!) Wie achten wir aufeinander? Wie gehen wir in der Kirche mit berechtigten Ängsten um? Wie kann das alles umgesetzt werden?
Ich glaube der zache (steinige) Weg zahlt sich aus, weil das ist das was ich am KatholischSein so zum Kotzen, aber auch unendlich leiwand finde: Die Vielfalt.

2 replies to “Kommentar Synodaler Weg

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