Sterndeuter

#20 Adventkalender mit @peer.asmussen Weihnachten ist meine liebste Jahreszeit. Ich liebe eigentlich alles, was irgendwie mit Weihnachten zu tun hat. Den Kitsch, das Essen, die Süßigkeiten, die Weihnachtsmärkte und auch die Krippenspiele. Die Erzählung von Jesu Geburt ist kulturell sehr tief verankert. Die Volkszählung des Augustus, den beschwerlichen Weg Marias und Josefs nach Bethlehem, die vergebliche Suche nach einer Unterkunft, die Verkündigung der Geburt an die Hirten und die drei Weisen aus dem Morgenland sagen eigentlich jeder christlich sozialisierten Person etwas. Und durch diverse Filme, Krippenfiguren und Krippenspiele sind diese Erzählungen durch Bilder im kollektiven Gedächtnis verankert.Mir ist aufgefallen, dass nur Lukas und Matthäus über die Geburt Jesu berichten und dass unsere Weihnachtstradition aus einer Kombination dieser beiden Erzählungen besteht.

Was hat Matthäus seinen ersten Hörer:innen sagen wollen?

Matthäus schreibt sein Evangelium wahrscheinlich zwischen 80 und 90 n. Chr. für eine Gemeinde, in der sowohl Judenchristen, als auch Heidenchristen stark vertreten waren. Durch die Einbettung Jesu in die abrahamitische Tradition und den Bezug auf David verankert Matthäus Jesus im Judentum. Von der Geburt Jesu erfahren bei Matthäus aber zuerst die Sterndeuter, die nicht dem Judentum angehören. Dadurch wird die globale Bedeutung Jesu als König der gesamten Menschheit betont. Die Königswürde wird auch durch die Geschenke Gold, Weihrauch und Myrrhe deutlich gemacht. Herodes ist also nicht der wahre König, sondern Jesus. Matthäus rechnet mit Verfolgungen (Matthäus 24, 15-31) und versucht vielleicht seinen Geschwistern deutlich zu machen, dass alles in der Hand Gottes liegt. Egal welche Bedrängnisse oder Ängste uns umtreiben. Gott handelt schöpferisch an Maria, er begegnet den Sterndeutern, Menschen die damit überhaupt nicht rechnen und Gott ist eine Bedrohung für die Mächtigen dieser Welt, wie Herodes. Wovor brauchen wir uns also zu fürchten oder Angst zu haben? Natürlich würde Matthäus uns deshalb nicht zur Untätigkeit raten, schließlich stammt auch die Bergpredigt aus seiner Feder. Aber wir müssen nicht verzweifeln und dürfen hoffen.

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